Was ist mit dem Baum los?

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Wie in zarte Watte gepackt, sieht der Baum am Westschnellweg aus. Im blühenden Grün am Leineufer wirkt er leicht deplaziert, besser würde er in ein nebelverhangenes Moor passen. Vor ein halbverfallenes Schloss. Und während der Köter von Baskerville aufheult, öffnet der bucklige Riff Raff ganz langsam die knarzende Schlosstür.

Der Watte-Baum ist aber das Werk einer sehr irdischen Gespinnstmotte, weiß Gerd Wach vom BUND. Gespinnstmotten überfallen hin und wieder im Frühjahr Obstbäume, fressen Knospen und Blüten ab, erklärt Wach. Ist der Schmetterling geschlüpft, treiben die Bäume meist wieder aus. Das wird so gegen Ende Juni der Fall sein. Die Obsternte entfällt aber in diesem Jahr.  ²Eine Bekämpfung dieser Gespinnstmotte mit Insektiziden ist nicht angesagt, da der Baum nur zeitweise geschädigt ist und die Gespinnstmotte andere Bäume nicht befällt“, sagt Wach.

Der  Baum steht am Fußweg zwischen Westschnellwegbrücke und Wasserkunst auf der Seite der Kleingärten.