Fössebad: Entscheidung erst nach der Sommerpause / CDU will Änderungsantrag vorbereiten / Grube überreicht Unterschriftenliste zum Erhalt des Kombibades

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Wie angekündigt hat Thomas Klapproth (CDU) in der heutigen Sitzung des Sportausschusses die Drucksache zum Fössebad-Neubau zur Beratung in die Fraktion gezogen. Damit steht das Vorhaben erst wieder im August auf der Tagesordnung. „Wir werden dann einen eigenen Änderungsantrag einbringen“, kündigte Klapproth an. Die CDU lehnt einen Neubau ohne Freibad ab. „Das ist sonst für mich kein Familienbad“, sagte Klapproth. Die SPD hielt der CDU „taktische Spielchen“ vor. „Wir sind gespannt auf Ihren Änderungsantrag nach dem Sommer“, sagte Angelo Alter, sportpolitischer Sprecher der SPD-Ratsfraktion.

Mark Bindert, sportpolitischer Sprecher der Grünen im Rat, bedauerte die Entscheidung. „Damit verstreichen weitere zwei Monate bevor wir eine Entscheidung treffen können“, sagte Bindert. Das neue Fössebad sei auch wichtig, um den Schwimmsport als gesamtstädtisches Konzept voranzubringen. Der Begriff „50-Meter-Sportbecken“ wecke eventuell falsche Vorstellung. „Die Familienfreundlichkeit des Bades muss gewährleistet sein“, betonte Bindert. Eine Öffnung der Schwimmhalle zur Liegewiese sei technisch machbar und verleihe dem neuen Fössebad einen besonderen Charakter.

Alter, sagte, dass das Fössebad im Kontext des Bäderkonzeptes betrachtet werden müsste. Das Bäderkonzept berücksichtige alle städtischen Bäder. Laut Aussage der Verwaltung kostet der Bau eines Außenbeckens am Fössebad etwa zwei Millionen Euro, die jährlichen Betriebskosten schlagen mit rund 360.000 Euro zu Buche. Ein familienfreundliches Bad mache sich nicht nur am Vorhandensein eines Außenbeckens bemerkbar, so Alter.

Im Vorfeld der Sitzung des Sportausschusses hatten sich das Ratsbündnis aus SPD, Grüne und FDP auf einen Änderungsantrag verständigt. Darin fordern sie, dass die aktuelle Planung die Option enthalten muss, zu einem späteren Zeitpunkt doch noch ein Außenbecken im Fössebad zu bauen. Die erforderliche technische Infrastruktur solle bereits im Neubau enthalten sein. „Ich halte die Forderung für ein Placebo“, kritisierte Stefanie Matz (CDU) den Antrag. Wenn tatsächlich, wie geplant, ein Teil des Fössebad-Grundstückes zum Zwecke der Wohnbebauung verkauft werde, sei es zu einem späteren Zeitpunkt sehr unwahrscheinlich, eine Genehmigung für ein Freibad zu bekommen. Ratsherr Oliver Förste, Ex-Linker und heute „Die Fraktion“, sprach von einer „Beruhigungspille“.

Andreas Bingemer (FDP) fand es sehr großzügig, was „die Verwaltung Linden-Limmer anbietet“. Es sei zu bedenken, dass es Stadtteilen wie Kirchrode, Bemerode und Kronsberg, wie Limmer ein stark wachsender Stadtteil, kein Schwimmbad gebe.

Tobias Braune (AfD) sprach sich ebenfalls für ein Außenbecken im Fössebad aus. „Ich bin aber irritiert, dass als einziger für den Verzicht die Finanzierung genannt wird, Mir sind die Motive nicht transparent“, sagte Braune.

Bezirksbürgermeister Rainer-Jörg Grube überreichte Sportdezernentin Konstanze Beckedorf in der Ausschusssitzung eine Liste mit 4.200 Unterschriften, die die Initiatoren der  Online-Petition „Unser Fössebad muss Kombibad für alle bleiben“ eingesammelt hatten.

Der Details des Änderungsantrages von SPD, Grüne und FDP:

1. Die familienfreundliche und kindgerechte Gestaltung und Ausstattung des Bades im Einklang mit dem Sportbadbetrieb.
2. Das Becken erhält einen ein und drei Meter Sprungturm.
3. Die Variante einer großzügigen Öffnung der Front des Hallenbades zur Liegewiese wird geprüft.
4. Für die Ausgestaltung des Außengeländes erfolgt eine Beteiligung der NutzerInnengruppen.
5. Die ZuschauerInnentribüne ist multifunktional zu gestalten.
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6. Die Verwaltung prüft den Einsatz regenerativer Energien und die für deren Betrieb notwendigen Ausschreibungen.
7. Für eine weitere Nutzung durch den Hochschulsport werden Gespräche mit dem Land Niedersachsen aufgenommen, um eine Beteiligung an den Betriebskosten zu erreichen.
8. Die Planung des Fössebades muss die Option erhalten, dass zukünftig ein Außenbecken gebaut werden kann (mit ca. 500 qm Wasserfläche sowie dazugehöriger Rasenfläche).
9. Von Seiten der Verwaltung werden die Gespräche mit den BetreiberInnen des Béi Chéz Heinz fortgeführt.
10. Die Verwaltung wird aufgefordert, in Zusammenarbeit mit den betroffenen Bezirksräten weiterhin geeignete öffentliche Informationen zu den Bauprojekten Fössebad und Misburger Bad zur Verfügung zu stellen (Flyer, Broschüren, Veranstaltungen o.ä.), um die Bezirksräte und interessierte BürgerInnen über den Baufortschritt zu informieren.