Flüchtlinge ziehen in das Maritim-Hotel

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Läuft alles nach Plan, ziehen am morgigen Donnerstag die ersten Flüchtlinge in das ehemalige Maritim-Hotel am Friedrichswall ein. Zuvor waren die Männer in Turnhallen, im Deutschen Pavillon und in Notunterkünften wie Baumärkten untergebracht. Nach den Sommerferien sollen die Turnhallen wieder für den Sportunterricht hergerichtet sein.

50 bis 100 Männer werden im Maritim erwartet, die dritte Etage ist komplett bezugsfertig. In den Stockwerken 4 bis 9 finden zurzeit noch kleinere Renovierungsarbeiten statt, die Zimmer werden im Laufe der kommenden Wochen ebenfalls belegt. Insgesamt bietet das Hotel gegenüber dem Neuen Rathaus in 280 Zimmern Platz für rund 550 Flüchtlinge. In der früheren Direktorenwohnung im dritten Stock stehen zusätzlich 20 Betten für eine Notunterbringung zur Verfügung.

Die schmalen Hotelflure versprühen 70er-Jahre-Charme. Teppich, Kunstlicht, dunkle Türen. Die Zimmer sind jeweils mit zwei Betten, Stehlampe, zwei Metallspinden, einem Kühlschrank sowie einem Tisch und zwei Stühlen und seinem separaten Duschbad mit WC ausgestattet. In jedem Flurtrakt ist eine Küche mit vier Herden, Schränken und Sitzgelegenheiten eingerichtet. Die Flüchtlinge versorgen sich selbst. In den ehemaligen Konferenzräumen des Hotels findet künftig Sprachunterricht statt.

DRK betreut die Unterkunft

Die Einrichtung wird vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) betrieben, das seine Büros im zweiten Stockwerk eingerichtet hat. Zehn Sozialarbeiter und sechs Flüchtlingsbetreuer kümmern sich um die Flüchtlinge. Das entspricht einem Betreuungsschlüssel von 1 : 33, wenn die Unterkunft mit 560 Personen belegt sein sollte. Der Schlüssel findet in anderen Flüchtlingsheimen in Hannover ebenfalls Anwendung. Außerdem sind immer mindestens fünf Wachleute vor Ort.

Maritim nicht als Unterkunft für Flüchtlingsfamilien geplant

Geplant ist, dass im Maritim-Hotel Männer untergebracht werden. Sollten Frauen und Kinder hier einziehen, werden sie in eigens für sie vorgesehene Etagen wohnen, wie es bereits im Oststadtkrankenhaus, der stadtweit größten Flüchtlingsunterkunft, praktiziert wird.

Die Stadt Hannover hat das Maritim-Hotel, das seit dem vergangenen Dezember leer steht, für zwei Jahre vom jetzigen Eigentümer, einem Unternehmen der Berliner Intown Gruppe, zu deren Besitztümern auch das Ihme-Zentrum gehört, für mehr als fünf Millionen Euro zum Zwecke der Flüchtlingsunterbringung gemietet. Der Eigentümer plant, so die Auskunft von Immobilienverwalter Torsten Jakulski, in dem Gebäude wieder ein Hotel einzurichten.

Am gestrigen Dienstag Nachmittag nahmen rund 400 Bürgerinnen und Bürger das Maritim in Augenschein. Die Stadt Hannover bietet der interessierten Öffentlichkeit regelmäßig an, neue Einrichtungen vor Einzug der Flüchtlinge zu besichtigen.

Informationen über die Flüchtlingssituation in der Stadt Hannover: www.hannover.de/Flüchtlinge.

Für Unterstützer: Unterstützerkreis Flüchtlingsunterkünfte Hannover e. V.