Einwohnerversammlung Fössebad: „Nicht den Eindruck, dass wir noch etwas verändern können“

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Die Neubaupläne für das Fössebad schlagen weiterhin hohe Wellen im Stadtbezirk. Der Ratspolitik gelingt es nicht, den Bürgern den Verzicht auf das Freibad überzeugend zu vermitteln. Das wurde am Sonnabend (10. Juni) auf der Einwohnerversammlung „Keine Fösse ohne Freibad“ im FZH Linden deutlich. Eingeladen hatte der Förderverein Fössebad und Lindens Bezirksbürgermeister Rainer-Jörg Grube.

Mehr als zwei Stunden diskutierten die Podiumsgäste mit den rund 130 Bürgerinnen und Bürgern. Gegen Ende  der Veranstaltung sagte  eine Teilnehmerin: „Ich habe nicht den Eindruck, irgendetwas verändern zu können“. Dabei sollten doch Diskussionen ergebnisoffen geführt werden.

Bezirksbürgermeister Grube, der sich  in der Diskussion zurückhielt, bedauerte, dass die Zusammenarbeit zwischen Bezirksrat und Verwaltung so kompliziert sei. “ Die Verwaltung folgt rund 90 Prozent der Bezirksratsbeschlüsse nicht“, sagte Grube. Manchmal gebe es dazu eine kurze Erklärung, oftmals gebe es keine Begründung. Außerdem kritisierte Grube, dass in LInden keine Bürgerbeteiligung zur Gestaltung des Fössebades durchgeführt werde. Anders als im Stadtbezirk Misburg. Dort gebe eine Bürgerbeteilung zum Misburger Bad. „Die Verwaltung hat offenbar gelernt, dass eine Bürgerbeteiligung in Linden unbequem ist, so dass von vornherein darauf verzichtet wird“, sagte Grube. Er kündigte an, am heutigen Montag die Online-Petition „Unser Fössebad muss Kombibad für alle bleiben“ im Sportausschuss (16 Uhr) übergeben zu wollen. 4.000 Befürworter haben unterschrieben.

Auf Standpunkte auf dem Podium:

Ralf Mahler (Hochschulsport Hannover und Betreibergesellschaft Fössebad) ist froh, dass nach vielen Jahren mit Gesprächen, das neue Fössebad mit einer größeren Wasserfläche endlich gebaut wird. „Wir würden das neue Bad als Betreiber gerne weiterführen“.

Thomas Klapproth, sportpolitischer Sprecher der CDU-Ratsfraktion: „Wir werden keiner keiner Drucksache beschließen, in der kein Freibad enthalten ist“. Klapproth kündigte an, dass die CDU am heutigen Montag im Sportausschuss die Drucksache in die Fraktion ziehen werde. Damit wäre auch der enge Zeitrahmen, den die Verwaltung vorgegeben hat, und die Entscheidung im Rat am kommenden Donnerstag hinfällig. Denn über die Drucksache könnte erst wieder nach der Sommerpause entschieden werden. Klapproth sprach sich auch gegen einen Grundstücksverkauf zur Teilfinanzierung des Neubaus aus.

Ernst Barkhoff, Förderverein Fössebad: „Wir unterstützen den Bau einer 50-Meter-Bahn im neuen Fössebad“, Aber ein Sportbad könne auch aufgrund von Wettkämpfen öfter am Wochenende geschlossen sein und stehe Familien und weiteren Gästen nicht zur Verfügung. Deshalb: „Wir wollen nicht auf ein Freibad und auf eine Sauna verzichten“. Barkhoff sprach für eine Bürgerbeteiligung aus, wenn die Umsetzung des Freibad, der Wohnbebauung und der Suche nach einem Betreiber nach erfolgreicher Prüfung anstehe.

Christine Kastning, Fraktionsvorsitzende der SPD-Ratsfraktion: „Wir wollen ein Bad für Familien, Vereine, Schulen und Sport bauen.“ Niemand sei gegen ein Freibad und eine Sauna, aber die Finanzierung müsse stimmen. Das Bündnis aus SPD, Grüne und FDP im Rat habe sich entschieden, die vorgelegte Drucksache noch folgende Details aufzunehmen: Bau eines 1- und 3-Meter-Sprungturm, die Prüfung, ob die Hallenfront zur Liegewiese geöffnet werden kann, die Zuschauertribune soll multifunktional gestaltet werden, in die Gestaltung der Außenflächen sollen Nutzergruppen einbezogen werden und, so Kastning, „in die jetzige Planung muss die Option offen gehalten werden, dass zu einem späteren Zeitpunkt ein Außenbecken mit rund 500 m² Wasserfläche gebaut werden.“ Außerdem sollen Gespräche mit dem Veranstaltungszentrum Chéz Heinz fortgeführt werden.

Angelo Alter, sportpolitischer Sprecher der SPD-Ratsfraktion: „Ich bin überzeugt, dass Linden-Limmer und Hannover von dem neuen Fössebad profitieren werden“. Das Gelände werde familien- und freizeitfreundlich gestaltet werden, mit Bürgerbeteiligung.

Patrick Drenske, Ratsherr (Grüne), vertrat Mark Bindert, sportpolitischer Sprecher der Grünen im Rat: „Wir setzen uns beim neuen Fossebad für drei Ziele ein: Familienfreundlichkeit, Sport und Kultur“. Die Zukunft des Chéz Heinz liege ihm sehr am Herzen.