Demo für Erhalt der Kleingärten

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Am Sonnabend, 2. September, findet in der Innenstadt die zweite Demo gegen das „Kleingartenkonzept 2016 – 2025“ statt. Demnach soll die Fläche der rund 20.000 Kleingärten in Hannover umstrukturiert und neu verteilt werden. Stadtweit sollen mehr als 800 Kleingärtner ihre Kolonien aufgeben. Das Ziel ist, Platz für Wohnungsbau und Gewerbeansiedlungen für die wachsende Stadt zu schaffen. Im Juni 2016 stimmte der Rat der Stadt Hannover mit großer Mehrheit dem Vorhaben zu. In den Kolonien regte sich Protest, zahlreiche Kleingärtner schlossen sich zusammen. Das „Aktionsbündnis gegen Kleingartenzerstörung“ entstand.

Kleingartenkonzept außer Kraft setzen

„Wir fordern, dass das Kleingartenkonzept außer Kraft gesetzt wird“, sagt Kleingärtnerin Sylvia Remé, die sich im Aktionsbündnis engagiert. Kleingärten seien für die Stadt und ihre Bewohner sowohl in ökologischer als auch sozialer Hinsicht wichtig. Anstatt Kleingärten „zu zerstören“, wie das Aktionsbündnis das städtische Vorhaben nennt, und große Gärten zu verkleinern und die Flächen neu zu verteilen, sollten Brachflächen bebaut und mehr Geschossbauten entstehen.

Wir hoffen, dass die Stadt und der Bezirksverband
das Kleingartenkonzept aussetzen“, Sylvia Remé.

„Wir sehen das Dilemma der Stadt durchaus“, sagt Remé. Es sei Aufgabe der Stadt, dringend benötigten Wohnraum zu schaffen. Aber nicht auf Kosten der Kleingärtner. Anfang August besuchte Hannovers Umwelt- und Wirtschaftsdezernentin Sabine Tegtmeyer-Dette (Grüne) und Andreas Hildebrand vom Bezirksverband der Kleingärtner die Kolonie Burgland in Vinnhorst. Beide seien sehr überrascht gewesen, dass in der Kolonie kaum noch noch Gärten frei seien. Als das Kleingartenkonzept verabschiedet wurde, sei das anders gewesen. „Wir hoffen, dass von seiten der Stadt und des Bezirksverbandes Einsicht besteht und sie nicht mehr an dem Kleingartenkonzept festhalten“, sagt Kleingärtnerin Remé.

Die Demo beginnt um 13 Uhr mit einer Auftaktkundgebung auf dem Goseriedeplatz. Abschluss soll um 14 Uhr vor der Marktkirche sein. Zum Veranstaltungshinweis geht es hier.

Hintergrund

Die Zahl von rund 20000 bestehenden Kleingärten in Hannover soll durch Umstrukturierung und Verkleinerung der Flächen erhalten bleiben. 813 Kleingärtner sind stadtweit davon betroffen. Sie erhalten Ausgleichsflächen, den Schätzwert für den aufgegebenen Garten plus eine Entschädigung bis zu 2500 Euro. Das Ziel ist, Platz für Wohnungsbau und Gewerbeansiedlungen zu schaffen. Die Stadt investiert in diese Maßnahme rund 40 Millionen Euro. Eine Refinanzierung erfolgt über den Verkauf der Kleingartenfläche, die der Stadt gehören. Das Konzept wurde von der Verwaltung der Stadt Hannover in Absprache mit dem Bezirksverband der Kleingärtner erarbeitet. Betroffene Kleingärtner kritisieren, dass der Bezirksverband sie nicht über das Vorhaben informiert habe.

Im April 2017 beantragte die Gruppe Linke und Piraten im Rat der Stadt Hannover, das Kleingartenkonzept 2016-2025 aussetzen und Alternativen zu erarbeiten. Die zuständigen Gremien lehnten den Antrag mehrheitlich ab.
Link zum Antrag: Antrag Nr. 0847/2017:
Antrag der Gruppe LINKE & PIRATEN zur Umsetzung des Kleingartenkonzeptes 2016-2025, Aussetzen und Alternativen entwickeln

Link zur Beschlussdrucksache: Drucksache Nr. 0881/2016: Kleingartenkonzept 2016-2025