Conti-Turm lässt Ende Juni die Hüllen fallen

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Läuft alles nach Plan, beginnt am 23. Juni der Abbau des Baugerüsts am Conti-Turm. Rund 14 Tage wird es dauern bis „alles auf Null gefahren ist und der Turm in neuem Glanz erstrahlt“, sagte Peter Tacke in der Sitzung der Sanierungskommission (SK) Limmer am Montagabend (29.05.). Tacke ist bei  der  Wasserstadt Limmer Gesellschaft (WLG), die Eigentümerin des alten Industriedenkmals ist, als Projektleiter zuständig für die Sanierung des Turms. Ist das Gerüst abgebaut, sind noch einige Restarbeiten zu erledigen (Gelände um einen Meter auffüllen, provisorisches Tor einbauen), so dass Ende Juli / Anfang August die Sanierung und Instandsetzung des Conti-Turmes komplett abgeschlossen sein wird.

Im März begannen die aufwendigen Baumaßnahmen. Im Mauerwerk wurden die ausgewaschenen Fugen erneuert. In Abstimmung mit dem Denkmalschutz wurde versucht, die ursprüngliche Fugenfarbe im Ton zu treffen. „Der Kontrast ist kaum sichtbar“, erklärte Tacke. Das verwendeten Material enthalte weniger  Zement als in früheren Zeiten, so dass die Haltbarkeit höher sei, sagte Tacke.

Im zweiten Schritt wurde der zehn Meter hohe Wasserbehälter aus Metall, der auf dem 40 Meter hohen Turm tront, saniert. „Der Behälter war stark erodiert“, sagte Tacke. Auch von innen, was im Vorfeld nicht so sichtbar gewesen sei. Eine neue Grundierung und Beschichtung wurde aufgetragen. Ebenfalls erneuert wurde auch die Betondecke, die als Dach auf dem Schornstein liegt. Und auch reichlich Taubendreck musste entfernt werden. Taubenkot wirkt sehr aggressiv und greift auch Stahl an, erklärte Tacke. Sieben Kubikmeter wurden entsorgt.

Wer bezahlt die Erneuerung des historischen Schriftzuges „Continental“?

So sah der Conti-Turm im Mai 2014 aus. Der historische Schriftzug musste in einem komplizierten Verfahren wieder hergestellt werden. Wer die Kosten trägt, ist noch nicht geklärt.

Um den markanten Schriftzug „Continental“, der weithin sichtbar in schwarz auf gelben Untergrund auf dem Wasserbehälter zu lesen ist, orginalgetreu wieder herzustellen, musste sich Projektleiter Tacke etwas einfallen lassen. „Es war nicht möglich, den historischen Schriftzug zu bekommen. Auch nicht von der Conti“, sagte Tacke. Also wurden die Buchstaben „wie in der Schule“ mit Pauspapier 1:1 abgenommen, digitalisiert und dann an die Druckerei gegeben. Im Anschluss konnte der Schriftzug wieder auf den Wasserbehälter aufgebracht werden. Wer die Kosten dafür trägt, ist noch nicht geklärt.

Keine Chance für Sprayer

Um zu vermeiden, dass der frisch sanierte Conti-Turm von Sprayern beschmiert wird, wird auf den ersten fünf Metern des Mauerwerks vom Erdboden an ein Graffiti-Schutz aufgebracht. „Wir sind noch im Gespräch mit dem Denkmalschutz“, sagte Tacke.

Die Sanierung des Conti-Turms kostet knapp eine Million Euro. Die Maßnahme wird zu zwei Drittel vom Bund und vom Land Niedersachsen gefördert. das verbleibende Drittel zahlt die Stadt Hannover. Im vergangenen Jahr hat die Stadt Hannover das Sanierungsvorhaben vorangetrieben. Damit wollte sie einem möglichen Abrissantrag der Eigentümerin WLG zuvor kommen. Da eine Nachnutzung des denkmalgeschützten Turms schwierig sei und kaum wirtschaftlichen Erfolg verspreche, sah die Stadt die Gefahr, dass einem Abrissantrag der WLG entsprochen werden könnte, begründete Stadtplanerin Juliane Schonauer im April 2016 das Vorhaben in der SK Limmer. Die WLG habe kein Interesse an dem Erhalt des Conti-Turms gezeigt, der als Wahrzeichen Limmers gelte und ein Relikt aus Zeiten der Industrialisierung sei.

Ein Konzept zur Nachnutzung des Conti-Turms besteht bisher nicht. „Wenn Sie irgendwelche Ideen und Vorschläge haben, melden Sie sich“, sagte WLG-Projektleiter Tacke.

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